“Der Vorleser” war einer der wenigen deutschen Romane, die es auch international auf die Bestsellerlisten schafften. Dieses Buch brachte es nun sogar zu einer Hollywoodverfilmung.

Spätestens seit “Schindlers Liste” und “Operation Walküre” scheint klar zu sein, dass besonders jenes dunkel Kapitel in unserer Geschichte für die transatlantische Filmindustrie interessant ist. Alles was danach kommt, ist wohl nicht von Bedeutung.

So mag es auch nicht verwundern, dass sich auch “Der Vorleser” mit der Bewältigung der NS-Verbrechen befasst.

Anfangs scheint es dennoch nicht so zu sein. Die Hauptfigur des Romanes wie auch des Films ist der 15-jährige Schüler Michael (David Kross). In den späten Fünfzigern verliebt er sich in die Ältere Hanna (Kate Winslet). Eine Liaison zwischen beiden beginnt. Doch verschwindet Hanna bald darauf spurlos. Erst als Jurastudent, Jahre später, trifft er sie wieder. Er besucht einen Kriegsverbrecherprozess und findet seine alte Liebe auf der Anklagebank wieder.  Dies stürzt ihn in einen schier unlösbaren Konflikt, denn Michael weiß, dass Hanna unschuldig ist.

Sie ist Analphabetin, Michael musste ihr immer vorlesen, und die Anklage stützt sich auf einen schriftlichen Bericht von ihr. Michael muss sich entscheiden und bereut offensichtlich später seine Wahl, denn die Geschichte ist als Rückblick des nun erwachsenen Michael (jetzt gespielt von Ralph Fiennes) erzählt, der nun versucht, seine Vergangenheit zu bewältigen.

Es bleibt abzuwarten, ob der Film von Stephen Daldry, der am  26. Februar in die Kinos kommt, dem Roman gerecht wird. Die Schauspieler jedenfalls scheinen zu überzeugen, denn Kate Winslet hat it dieser Rolle beste Chancen auf den Oscar.